Die blauen Stunden

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Ganz unbemerkt und schleichend, warf die technische Entwicklung das blaue Licht, der immer weiter verbreiteten Bildschirme in die Wohn- und Arbeitsräume aller Menschen. Gesundheitliche Folgen, eine verminderte Leistungsfähigkeit, Einflüsse auf das Wohlbefinden und negative Auswirkung auf unseren Biorhythmus können die Folgen dieser Entwicklung sein. Die Chronobiologie lieferte zu diesem Thema in den letzten Jahren immer wieder neue Forschungserkenntnisse, die auch große Hard- und Software-Hersteller langsam zum Umdenken bewegen.

Wenn Projekt-Deadlines von Studenten immer näher rücken und man beginnt, die Nächte vor blau leuchtenden Bildschirmen durchzuarbeiten, drangsaliert man die innere Uhr in besonderem Maße. Ist die inhärente Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmuses ohnehin schon eine enorme Störung unseres Organismus, so kommt mit den aktuellen technischen Geräten und dessen Bildschirmen, das blaue Licht als besonderer Störfaktor noch hinzu.

In der Fotoserie „Die blauen Stunden“ habe ich Kommilitonen aus den Kreativstudiengängen der HTW Berlin in den letzten Wochen des Semesters begleitet und ihr Schaffen an den nächtlichen Arbeitsplätzen dokumentiert. Ich sehe diese Fotoarbeit als Zeitdokument einer der meist unterschätzten Einflüsse von Technologie auf die Gesundheit des Menschen. Überspitzt ausgedrückt geht es um die Jahrzehnte, der blauen Bildschirme.

Hauptprojekt: Deadline: Keine Zeit oder die Dringlichkeit der Entfristung Franz Mattuschka
5. Semster
Wintersemester 2015 / 2016
HTW Berlin
Prof. Thomas Born